Hochdorf: Anliker Gruppe übernimmt Seetaler BetriebÄra des Baugeschäfts Odoni geht zu Ende
Das Baugeschäft Odoni geht in die Anliker Gruppe über. Anliker übernimmt 28 Angestellte, Kündigungen werden keine ausgesprochen. Aber der Wirtschaftsstandort Hochdorf verliert Arbeitsplätze.
125 Jahre Baugeschichte gehen zu Ende: Baugeschäft Odoni.«Ich kann, ich will, ich werde.» Das ist und bleibt das Motto von Hans Odoni.
Der 60-jährige Bauunternehmer hat sich entschlossen, sein Unternehmen in die Anliker Gruppe einzugliedern. Aus freien Stücken und zu einem guten Zeitpunkt, wie er selber betont. Betroffen davon sind 33 Mitarbeitende in Hochdorf. «Die übernommenen Personen werden zu gleichen Konditionen bei Anliker angestellt. Das ist mir wichtig», führt Odoni weiter aus. Schliesslich sind mehr als die Hälfte seiner Mitarbeiter über 15 Jahre bei Odoni unter Vertrag. Nun ist also per 1. März Schluss. Er habe sich den Schritt lange überlegt, gesteht Odoni. Und leicht gemacht hat er es sich beileibe nicht.
Keine familiäre NachfolgeEinerseits wollte er die beste Lösung für seine Mitarbeiter. Und andererseits fehlt die familiäre Nachfolge. «Mein Sohn hat mir nach gemeinsam gehaltenem Familienrat mitgeteilt, dass er definitiv nicht ins Baugewerbe einsteigen wolle», erklärt Odoni. Er akzeptiert den Wunsch seines Sohnes, da ihm das Problem der familiären Nachfolge, auch als Präsident des Baumeisterverbandes, aus der Branche bekannt ist. Odoni hatte seine Fühler schon früher ausgestreckt und sich sozusagen «diskret» auf dem Markt umgeschaut. Plötzlich aber ging alles schnell. Sehr schnell sogar. Als dann das Angebot von Anliker kam, musste Odoni nicht mehr lange überlegen. «Der Entschluss war dann schnell gefasst. Diese Chance musste ich packen.» Dass dies letztlich doch etwas schneller als eigentlich geplant kam, beweist Folgendes: Noch im Dezember kaufte Odoni neue EDV-Hardware und einen Firmenwagen…
Dass ein 125-jähriger Betrieb mit Familientradition in Hochdorf nicht mehr weitergeführt wird, das gefällt auch Gemeindepräsident Peter Huber nicht. «Wir bedauern dies natürlich. Aber es scheint die Tendenz im Baugewerbe zu immer mehr Generalunternehmern zu bestätigen.» Auch für ihn ist der Verlust von 33 Arbeitsplätzen in Hochdorf schmerzlich. Denn der Standort Hochdorf ist für den neuen Besitzer Anliker keine Alternative. «Wir werden den Werkhof nicht übernehmen. Einzig die Mitarbeiter und das Inventar», bestätigt Xaver Sigrist, Verwaltungsratspräsident von Anliker. Natürlich werden die Baustellen von Odoni bis zur Fertigstellung der Projekte weitergeführt. Damit ist auch klar, dass der Name Odoni nach 125 Jahren aus dem Baugeschäft verschwinden wird. «Es war von Anfang an klar, dass das Baugeschäft in die Anliker Gruppe übergehen wird und seinen Namen nicht behalten wird», führt Sigrist weiter aus. Zum Inventar- Übernahmepreis wurde Stillschweigen vereinbart. Allerdings bestätigte Sigrist, dass es sich um einen sechsstelligen Betrag handelt. Das will auch Hans Odoni so festgehalten haben: «Ich verkaufe lediglich Inventar, für mich war wesentlich, dass die Mitarbeiter zu gleichen Konditionen übernommen werden.» Was aber passiert nun mit dem Werkhof-Areal der Odoni AG? Die Immobilien AG soll weitergeführt, die laufenden Geschäfte noch beendet werden. Das dauert noch seine Zeit. Was danach kommt, das weiss Hans Odoni selber noch nicht. Er habe genug Ämter inne, dass es ihm mit Bestimmtheit nicht langweilig werde. Eine Rückkehr in die Politik? Odoni lächelt. Da war er schon mal, der ehemalige Grossrat. Und er lässt sich nicht auf die «politischen Äste» hinaus. Vielleicht hegt er aber ganz andere Pläne. Verraten will er diese zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Schliesslich wird er im März 60 Jahre alt: Da kann man das Ganze ruhig etwas gelassener angehen. Ganz nach dem Motto: «Ich kann, ich will, ich werde…»
René Wicki
Quelle: Seetalerbote, 8/2/2007:
http://www.seetalmedien.ch/w_seetaler/site/a_start.asp